Kirsten Esch
Listenplatz 9
Seit 1985 bin ich in München zu Hause – und bin Mutter zweier erwachsener Söhne.
An der Münchener Musikhochschule studierte ich bei August Everding Opern- und Theaterregie. Meine erste Inszenierung hatte am Münchner Marstalltheater Premiere. Parallel zu meiner Theaterarbeit begann ich, zahlreiche Dokumentationen und Dokumentarfilme zu drehen – häufig in Zusammenarbeit mit Arte. Bei meinen Filmen geht es mir darum, emotional und in starken Bildern davon zu erzählen, wie sich gesellschaftliche und politische Entscheidungen auf das Leben der Menschen auswirken, die von ihnen unmittelbar betroffen sind.
Für meinen Film „Forschung und Verbrechen“ ( SWR/ARTE) über meinen Großvater, der ein – ein einflussreicher Nazi-Mediziner an der Reichsuniversität Straßburg war, erhielt ich 2019 den Deutsch-Französischen Journalistenpreis.
Seit 2024 engagiere ich mich als Vorstand eines Vereins, den wir Hausbewohner gemeinsam gegründet haben: gegen eine drohende Gentrifizierung unserer gewachsenen, kreativen Mietergemeinschaft in einem Münchner Häuserensemble.
München ist mehr als Geld und glänzende Oberfläche – manchmal mag man das nicht glauben. Und doch leben wir in einer wunderbaren Stadt, einem Ort lebendiger Gemeinschaft und Kultur. Die Künstler:innen dieser Stadt machen das Leben hier lebenswert und mit ihren Projekten schaffen sie neue Reflexionsräume und Gefühle von Zugehörigkeit, Teilhabe und Glück. Daran, dass sie hier – bedroht von Kulturkürzungen und Gentrifizierung – wohnen und arbeiten können, arbeite ich mit. Mit Herz und Verstand. Beim BÜNDNISKULTUR.
