Joachim Goetz
Listenplatz 24
Dipl.-Ing. Architektur
Autor, Künstler, Architekt, Allround-Kommunikationsprofi
Joachim Goetz lebt seit seinem eher künstlerisch und generalistisch ausgerichteten Studium an der TU München an der Isar. Er studierte etwa beim Bildhauer Fritz Koenig, dem Architekten Friedrich Kurrent, dem Kunsthistoriker Josef Adolf Schmoll gen. Eisenwerth, dem Gartenarchitekten Günter Grzimek und bei Gottfried Gruben oder Manfred Kovatsch. Seine Lieblingsfächer waren Architekturentwurf, Skulptur, Aquarellieren, Fotografie oder Zeichnen nach Modell und Ähnliches. Abschluss zum Dipl.-Ing. Univ.
Sein Lebens- und Arbeitsweg ist geprägt von Neugier, Internationalität und einem tiefen Verständnis für Gestaltung, Kultur und urbane Räume. Längere und kürzere Stationen führten ihn unter anderem an die University of Colorado at Denver in den USA, nach Venedig, Berlin, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf oder auch auf die Schwäbische Alb.
Beruflicher Hintergrund
Um als Werkstudent im Büro v. Gerkan, Marg & Partner für das EPA in München tätig zu sein, unterbrach er das Studium und betreute in enger Abstimmung mit dem Büroleiter eigenverantwortlich anspruchsvolle Projekte – vom Entwurf des exklusiven Sondermobiliars (u. a. Barhocker für die Cafeteria, die Möbel für die großen Sitzungssäle) über die Platzierung der von internationalen Künstlern geschaffenen Skulpturen in den Außenanlagen bis hin zu Detailplanungen in sensiblen Bereichen. Einige der von ihm entworfenen Barhocker sind heute im rund 3000 Quadratmeter großen Kulturraum des Europäischen Patentamtes ausgestellt und sozusagen museal geworden – he’s very proud of this! Nach mehreren Jahren praktischer Bautätigkeit – auch selbstständig – wandte er sich wieder verstärkt dem Schreiben zu. Schon in seiner Schulzeit hatte er für die örtliche Tageszeitung und Jugendzeitschriften gearbeitet und eine auch finanziell erfolgreiche Schülerzeitschrift gegründet. Für seine Leistungen im Fach Deutsch erhielt er im Abitur den Scheffelpreis.
Dazu passt es schließlich, dass er Redakteur bei der renommierten Münchner Architektur Fachzeitschrift Baumeister wurde. Schon vorher, nebenher und danach schrieb er über Kunst, Design und Architektur für zahlreiche Fach- und Publikumsmedien im In- und Ausland (z.B. Design Report, Die Kunst, Westermann’s, Madame, Münchner Feuilleton, etc.). Zudem berichtet er regelmäßig für Tageszeitungen wie Abendzeitung, Passauer Neue Presse, Donaukurier, Stuttgarter, Badische oder Saarbrücker Zeitung und viele andere.
Im Rahmen seiner journalistischen Arbeit führte er Interviews und Gespräche mit international prägenden Persönlichkeiten aus Kunst, Architektur, Design und Technologie, darunter Jenny Holzer, Günter Behnisch, Leon Krier, Alessandro Mendini, Ettore Sottsass, Walter Niedermayer, Daniel Libeskind, Zaha Hadid oder James Dyson – und vielen anderen. Zugute kamen ihm dabei seine guten Kenntnisse in den Fremdsprachen Englisch, Französisch, Italienisch und – basic – Russisch.
Er war an der Gründung und Konzeption der Internet-Zeitschrift a-Matter.com beteiligt, einer der weltweit ersten Online-Architekturzeitschriften. Darüber hinaus arbeitete er an international verbreiteten Kompetenz-Magazinen wie Place 2.5 (erschienen in mehreren Sprachen im Auftrag der Sedus Stoll AG) sowie an dem englisch- und chinesischsprachigen E-Zine Europe Unique für den asiatischen Raum. Für seine journalistische Arbeit erhielt er einen Medienpreis der Bundesarchitektenkammer in Berlin.
Kommunikation & Konzepte
In interdisziplinären Teams entwickelte er Kommunikations- und Gestaltungskonzepte für (kleinere) Unternehmen, Galerien und andere kultur- und gestaltungsorientierte Unternehmen. Darüber hinaus arbeitete unter anderem für Unternehmen und Institutionen wie die EWS (Schönau), die Sedus Stoll AG (Waldshut), Phoenix Design (Stuttgart), Siedle, Hyve (München) oder BMW und Smart sowie weitere Auftraggeber aus den Bereichen Design, Industrie und Mobilität.
Seit rund 20 Jahren kreiert und gestaltet er gemeinsam mit seinen Auftraggeberinnen und anderen die externe Kommunikation der Münchner Porzellan- und Keramikwerkstatt Heigert & Möbs – von der Einladungskarte bis zur Website. Was große Freude macht. Zudem ist er regelmäßig für „bayern design“, dem Ausrichter der MCBW (Munich Creative Business Week), tätig. Für deren Wissensplattform entstehen Standardbeiträge zu Themen wie Circular Design, Bauen mit Holz oder Künstliche Intelligenz in der Architektur. In Zusammenarbeit mit Boris Kochan und Nina Shell entstand das aufwendig gestaltete MCBW-Magazin „So lieben Sie München“, ein Referenzprojekt bis heute.
Engagement für Kunst & Kultur
Zeitgenössische Kunst und die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern liegen ihm besonders am Herzen. Er fühlt sich der freien Szene nicht nur freundschaftlich verbunden, sondern auch verpflichtet – und unterstützt sie regelmäßig mit Katalog- und Buchtexten zu Konditionen, die über rein finanzielle Aspekte hinausgehen im Geist eines kollegialen Austauschs.
Hobbys: Berge und Grünzeug
Seit seinen frühen Ferienzeiten in den Engadiner Alpen machte er gerne mal einen 3000 er ohne Seil und Haken – am liebsten bis zum Gipfel. Mit und ohne Begleitung. Die grüne Natur ist für ihn wertvoll und kein dekoratives Beiwerk, und besonders in der Stadt eine vernachlässigte Grundbedingung für ein gutes Zusammenleben. Es ist gut belegt, dass fehlendes Grün Menschen aggressiver, gestresster und ungeduldiger macht. Wer Stadtpolitik ernst meint, muss deshalb auch über Bäume, Gärten und Freiräume sprechen. Ihn interessieren besonders Zen-Gärten und die meditative Wirkung von Grün: Reduktion, Rhythmus, Pflege, Zeit. Grün wirkt, ohne laut zu sein. Es ordnet, ohne zu dominieren.
Er ist in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wald aufgewachsen. Die Nähe zur Natur, keine Angst vor Wetter, Dunkelheit oder Unordnung – all das hat seinen Blick auf Räume und Menschen geprägt. Dieser Wald fehlt ihm in der Stadt bis heute, und er ist überzeugt, dass er vielen Stadtmenschen fehlt, auch wenn sie ihn nie erlebt haben.
Deshalb engagiert er sich bei Green City und den Urbanen Gärten München (unter anderem im Köşk-Garten im Westend und im Südgarten). Urbane Gärten sind für ihn Orte der Erdung, der Selbstwirksamkeit und der Begegnung – konsumfrei, offen, gemeinschaftlich.
Die Begeisterung für Pflanzen reicht zurück bis in seine Schulzeit, als er sich fasziniert von unterschiedlichen Farben und stacheliger Schönheit intensiv mit Rosen(zucht) beschäftigte. Und während seines Studiums belegte er die Fächer Garten- und Landschaftsgestaltung bei Prof. Günter Grzimek, dem Gestalter des Münchner Olympiaparks. Grün ist für ihn Lebenshaltung.
Baumschutz durch intelligente Planung
Deshalb fordert er für München die Überprüfung sämtlicher – zumindest öffentlicher – Bauvorhaben, bei denen Baumfällungen vorgesehen sind, auf mögliche Umplanungen zum Erhalt des Baumbestands. Warum: Das Fällen von Bäumen kostet Geld, die Neupflanzung nur eines Baums kostet in München bis zu 70.000 Euro. Umplanungen sind ökologisch sinnvoller und können sogar günstiger sein.
Politisches Engagement und Bündnis Kultur
Politische Erfahrungen sammelte er schon in seiner Schulzeit als Schülersprecher, dann in Bürgerinitiativen in der Gründerzeit der Grünen und anderen basisdemokratischen Zusammenhängen.
So engagiert er sich heute mit Überzeugung beim Bündnis Kultur und bedauert rückblickend fast, nicht schon früher nach Mitstreiterinnen für politischen Initiativen Ausschau gehalten zu haben. Zumal seine frühere politische Heimat zunehmend von Machtlogiken und Sachzwangrhetorik geprägt wird.
Warum es das Bündnis Kultur braucht
Kreative als Problemlöser
Er ist überzeugt, dass Kreative aus allen Disziplinen Entscheidendes zur Lösung unserer – nicht nur globalen – Herausforderungen beitragen können. Und dieses oft schneller, intelligenter, unkonventioneller und menschlicher. Daher kommt sein Leitsatz: „Lasst uns Kreative ran.“
Faire Bedingungen für Kulturschaffende
Er setzt sich für ein Ende der strukturellen Ausbeutung von Kulturschaffenden ein. Aufträge ohne Honorar oder „für die Ehre“ dürfen kein politischer oder institutioneller Standard mehr sein.
Mehr konsumfreie Räume
Städte brauchen viel mehr frei zugängliche, nicht-kommerzielle Räume für Begegnung, Kultur und gesellschaftlichen Austausch, sogenannte Dritte Orte.
Gewaltfreie Kommunikation
Ein besonderes Anliegen ist ihm eine respektvolle, gewaltfreie politische Gesprächskultur. Er ist mehr Teamplayer als Einzelkämpfer. Nachhaltige Lösungen entstehen durch offenen vorurteilsfreien Dialog mit dem Willen zum Kompromiss, nicht durch Polarisierung und Eskalation.
